Montag, 18. Mai 2015

Lac de Brenets im Vallée de Joux


Es war Sonntag - so mittelmässig bewölkt, aber wir motiviert die Wohnung für einen Nachmittag zu verlassen. Wir wollten ein bisschen wandern, natürlich mit der Betonung auf "ein bisschen" - mehr geht im Moment halt nicht. Zu weit sollte es auch nicht weg sein. Die Wahl fiel auf den Lac de Brenets im Vallée de Joux. Ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten Autofahrt entfernt, versprach der See eine "kinderwagenfreundlichen", einstündigen Spaziergang am See entlang bis zu einem Wasserfall - mit der Option mit einem Boot hin - oder zurück, oder eben auch hin- und zurück zu fahren. 

"Kinderwagenfreundlich" setzten wir  mit "schwangerenfreundlich" gleich und schon saßen wir im Auto und los ging die Fahrt. 



Das Örtchen Les Brenets war schnell gefunden und Parkplätze für Touristen gab es eine Menge. Wir fuhren bis zum Bootsanleger, anstatt schon im oberen Bereich des Städtchens zu parken. Der Kapitän des im Internet versprochenen Touristendampfers wies uns dann den Weg Richtung Wasserfall, gab uns noch schnell die letzte Ablegezeit seines Schiffes für die Rückfahrt mit und schon waren wir unterwegs. 

Monsieur M.'s erster Kommentar war, dass man auf diesem kinderwagenfreundlichen Weg definitiv zu zweit sein müsse - eine Person für den Kinderwagen (auf den Rücken geschnallt) und eine zuständig für das Kind... , darüber lachten wir zunächst ganz herzlich, aber als der Weg uns dann in einem Wäldchen 400 Höhenmeter im wahrsten Sinne über Stock und Stein und relativ schlammigen Boden führte, verging uns das Lachen für einen Moment. Die Strecke war nicht wirklich dramatisch schwer, aber wir waren mit unseren Freizeitschuhen überhaupt nicht ausgerüstet und die Ausrutschgefahr war tatsächlich relativ hoch. Zum Glück konnte uns ein uns entgegenkommendes Pärchen versichern, dass wir es fast geschafft hätten und der Weg auf eine geteerte Straße führen würde. Sonst wären wir ehrlich gestanden umgekehrt, denn dieser Weg war weder für Kinderwagen, noch für Schwangere geeignet. Von dem Pärchen haben wir dann auch erfahren, dass man eben diese geteerte Strasse auch von Beginn an aus dem Dörfchen hätte einschlagen können... Falls wir also mit Kinderwagen zurückkommen sollten, wird im oberen Bereich geparkt. :-)

Nach Ankunft auf der "ordentlichen" Strasse, konnten wir dann den Weg auch richtig geniessen. Durch die Höhe hatte man einen schönen Blick auf den See und das gegenüberliegende steile Ufer, wenn auch oft von Bäumen verdeckt.


Relativ schnell erreichten wir dann auch den "Saut du Doubs" - und mit diesem Wasserfall, das Ziel unseres Spazierganges. Der Wasserfall ist nur von oben anzuschauen, was ein bisschen schade für die Bilder, aber in Realität trotzdem sehr beeindruckend ist. 



Um zurück zum Auto zu gelangen, haben wir uns dann für das Boot entschieden. Im Internet war zwar von einem Rundweg die Rede, aber das war vor Ort nicht wirklich einzusehen und nach der anfänglichen Klettertour, hatten wir auch genug Abenteuer und Anstrengung für einen Tag. Unter normalen Umständen gehe ich eigentlich immer lieber - aber diesmal hat sich das Boot tatsächlich richtig gelohnt. Der Kapitän unterhielt seine Fahrgäste nämlich mit Anekdoten und Wissenswertem über den See und die Region, was der perfekte Abschluss für unseren Sonntag war. 




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